{"id":421,"date":"2015-07-01T22:14:25","date_gmt":"2015-07-01T21:14:25","guid":{"rendered":"https:\/\/c-s-s.website\/greek-grammar-2\/"},"modified":"2015-09-09T17:18:34","modified_gmt":"2015-09-09T16:18:34","slug":"griechische-grammatik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/c-s-s.website\/de\/grammatik\/griechische-grammatik\/","title":{"rendered":"Griechische Grammatik"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section admin_label=&#8220;section&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; make_fullwidth=&#8220;on&#8220; use_custom_width=&#8220;off&#8220; width_unit=&#8220;on&#8220; use_custom_gutter=&#8220;off&#8220; padding_mobile=&#8220;off&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;off&#8220; make_equal=&#8220;off&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;justified&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;]<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Die griechische Grammatik<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffffff;\">_<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie im Artikel <a href=\"https:\/\/c-s-s.website\/de\/konk-idee\/\" target=\"_blank\"><em>Die konkordante Idee<\/em><\/a> bereits ausf\u00fchrlich dargelegt, sind, ebenso wie der Sprachschatz, auch die grammatischen Formen des sog. Griechischen Neuen Testaments in ihre kleinstm\u00f6glichen Elemente zerlegt und einer genauesten Untersuchung unterzogen worden. Das f\u00fchrte zu einer Betrachtungsweise der Grammatik, die sich von der schulm\u00e4\u00dfigen in etlichen Punkten unterscheidet, die aber zu wesentlich befriedigenderen Ergebnissen und Erkl\u00e4rungen kommt und vor allem ein einheitliches \u00dcbersetzen \u00fcberein mit dem Grundtext m\u00f6glich macht. Der vornehmlichste Unterschied liegt in der Anschauung des (griechischen) Verbs, das uns vielmehr als T\u00e4tigkeitswort denn als Zeitwort begegnet, das also prim\u00e4r funktionsorientiert ist und erst in sekund\u00e4rer Hinsicht den Zeitaspekt ber\u00fccksichtigt. Das man das heute gemeinhin anders beurteilt ist nicht verwunderlich, ist doch der Mensch als sterbliches Wesen vom Zeitaspekt ganz besonders beeindruckt. Nichtsdestotrotz lehrt uns die griechische Sprache des Altertums etwas anderes, insbesondere in Bezug auf die Heiligen Schriften, die im Brennpunkt unseres Interesses stehen. Demnach stellt uns das Verb ein Geschehen entweder als unbestimmte TATSACHE vor Augen (Aorist), oder als im Gange befindliche HANDLUNG (Verlaufsform, die im Deutschen, im Gegensatz z.B. zum Englischen, konstruiert werden muss), oder als vollendeten ZUSTAND (Perfekt bzw. Plusquamperfekt, wobei jener, im Gegensatz zum Verst\u00e4ndnis des Perfekt im Deutschen, den Nachdruck nicht auf etwas Vergangenes, sondern Bleibendes legt). Lasst uns, zum besseren Verst\u00e4ndnis des Gesagten, einige Schriftstellen etwas genauer ansehen:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Joh 3:16 lautet im Grundtext nicht: &#8218;Denn also hat Gott die Welt geliebt&#8216; (Elb), sondern &#8218;Denn also liebt Gott die Welt&#8216; (KWNT). Das Verb &#8218;lieben&#8216; steht hier in der unbestimmten Zeitform des Aorist, nicht im Perfekt, und stellt somit die Liebe Gottes der Welt gegen\u00fcber als von der Zeit unabh\u00e4ngige Tatsache dar, nicht als einen Zustand vollendeter Handlung, geschweige denn, wie wir im Deutschen geneigt sind zu verstehen, als einen abgeschlossenen, vergangenen Sachverhalt. Vielmehr w\u00e4hrt Gottes Liebe der Welt gegen\u00fcber durch alle Zeit hindurch, sie ist eine Tatsache, unbeeinflusst vom Zeitenlauf.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">2.Tim 1:10 &#8218;&#8230;welcher den Tod zunichte gemacht&#8230;&#8216; (Elb) muss genau genommen hei\u00dfen: &#8218;&#8230;Der zwar den Tod aufhebt&#8230;&#8216; (KWNT). &#8218;Aufheben&#8216; erscheint hier in der Partizipform des Aorist und kann nat\u00fcrlich keinen abgeschlossenen Zustand bezeichnen und noch viel weniger etwas Vergangenes, denn offensichtlich ist der Tod noch nicht zunichte gemacht. &#8218;Er hebt ihn auf&#8216; aber dr\u00fcckt etwas ganz anderes aus, dass n\u00e4mlich Christus Jesus den Tod in der Tat beseitigt, wobei \u00fcber den Zeitpunkt keinerlei Aussage gemacht wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">R\u00f6m 8:30 &#8218;&#8230;diese hat er auch verherrlicht&#8216; (Elb) lautet in Wirklichkeit &#8218;&#8230;diese verherrlicht Er auch&#8216; (KWNT). Unsere Verherrlichung ist, ganz unserer Erfahrung entsprechend, noch nicht geschehen, sondern liegt in unserer Zukunft. Da die zitierte Aussage in R\u00f6mer acht v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von der Zeit gemacht wird, in der unbestimmten Form des Aorist, besteht auch keinerlei Grund, dieses Ereignis in die Vergangenheit zu legen, wenn wir den Aorist nur richtig verstehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dasselbe gilt grunds\u00e4tzlich auch f\u00fcr die anderen Verbformen, die uns, wie gesagt, als unvollendete Handlung bzw. vollendeter Zustand begegnen, was im idiomatischen Deutsch zugegebenerma\u00dfen oft schwierig genau zu \u00fcbersetzen ist, durch drucktechnische Mittel aber dennoch zum Ausdruck gebracht werden kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mt 5:46 z.B. finden wir die Aussage: &#8218;Denn so ihr liebt, die euch lieben&#8230;&#8216; (KWNT), wobei &#8218;lieben&#8216; hier jeweils als unvollendete Handlung erscheint, erst in der Futur M\u00f6glichkeitsform, dann als Pr\u00e4sens Partizip. In der etymologischen Unterzeilung (cles.de) lautet dieser Satzteil folgenderma\u00dfen: &#8218;WENN-ETWA GEWISS-DEMNACH IHR-M\u00d6GT-BEIM-LIEBEN-SEIN-WERDEN DIE BEIM-LIEBEN-SEIENDEN EUCH&#8216;, was f\u00fcr das deutsche Sprachgef\u00fchl zwar sicherlich konstruiert klingt, dennoch aber verst\u00e4ndlich genug ausdr\u00fcckt, was wirklich gemeint ist. Das Griechische spricht hier nicht von einem rein gegenw\u00e4rtigen Sachverhalt, noch dr\u00fcckt es eine zeitlich unabh\u00e4ngige Tatsache aus, sondern setzt unser m\u00f6gliches zuk\u00fcnftiges Handeln in Beziehung zu unserer gegenw\u00e4rtigen Erfahrung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine weitere Besonderheit der altgriechischen Sprache verdient Beachtung, die sog. Mittelform oder das Medium des Verbs. In unseren modernen Sprachen sind wir gewohnt, ein Geschehen aktiv oder passiv auszudr\u00fccken, wobei das Substantiv, auf welches sich das Geschehen bezieht, als Subjekt oder Objekt in Erscheinung tritt. Im Altgriechischen gibt es noch ein weiteres Verbalgeschlecht, das Medium, das weder aktiv, noch passiv ist, auch wenn wir es mangels M\u00f6glichkeit so \u00fcbersetzen m\u00fcssen. Das Medium ist auch nicht sowohl aktiv als auch passiv (was bei genauer Betrachtung auch gar nicht m\u00f6glich ist), wie in der oft zitierten Aussage &#8218;Ich wasche mich&#8216; scheinbar nachgewiesen. &#8218;Sich waschen&#8216; ist reflexiv, was zwar gewisse \u00c4hnlichkeit mit der Mittelform hat, aber keinesfalls in allen F\u00e4llen zutrifft. Konkordante Studien haben aufgezeigt, dass in der Medialform die Handlung beim Subjekt\/Objekt verbleibt, dass das Geschehen also in einer innigen Beziehung zum Subjekt\/Objekt steht und nicht von ihm ausgeht oder ihm widerf\u00e4hrt. Das Subjekt\/Objekt ist weder Agens noch Betroffener, sondern steht quasi dazwischen, mitten im Geschehen selbst. In den Anf\u00e4ngen der konkordanten Arbeit im Deutschen wurde der Versuch unternommen, diese spezielle Form mittels des Ausdrucks &#8218;(<em>f\u00fcr_sich<\/em>)&#8216; zu \u00fcbersetzen, was idiomatisch praktisch nicht durchf\u00fchrbar ist, in der etymologischen Unterzeilung aber durchaus funktioniert. Wir haben diese Idee nach sorgf\u00e4ltiger Pr\u00fcfung aufgegriffen und in der etymologischen Unterzeilung\u00a0 (cles.de) angewandt. L\u00e4sst man den in Klammern gesetzten Ausdruck beim Lesen au\u00dfer Acht, hat man die entsprechend aktive oder passive Variante, die sich zumeist auch in der idiomatischen \u00dcbersetzung findet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein Beispiel soll helfen, dies zu veranschaulichen: In R\u00f6m 7:24 hei\u00dft es: &#8218;Ich elender Mensch! Was wird mich bergen aus dem K\u00f6rper dieses Todes?&#8216; (KWNT). &#8218;Bergen&#8216; steht hier nicht im Aktiv, sondern im Medium, sodass es in der etymologischen Unterzeilung (cles.de) hei\u00dft: &#8218;IRGEND MICH -WIRD-BEIM-(<em>f\u00fcr_sich<\/em>)-BERGEN-SEIN&#8230;&#8216; &#8211; &#8218;Wer oder was wird sich mit meiner Bergung besch\u00e4ftigen?&#8216; legt den Nachdruck nicht auf die aktive Tat, sondern auf den Sachverhalt des Bergens an oder f\u00fcr sich. Dass die Frage des elenden Menschen einerseits nach einem Akteur verlangt, andererseits eine Selbstbeteiligung v\u00f6llig ausschlie\u00dft, ist klar. Was hier gesagt wird, ist etwas anderes. Es geht hier vielmehr darum, Ausschau zu halten, wem diese Aufgabe der Bergung zukommt, wer oder was mit ihr bedacht werden kann, sozusagen in ihr ruhen und darin aufgehen kann. Nur die Gnade kommt in Betracht, die in Gott liegt und sich durch Glauben erschlie\u00dft.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese Ausf\u00fchrungen sollten reichen, um aufzuzeigen, was es mit der altgriechischen Grammatik im Gro\u00dfen und Ganzen auf sich hat und wie wir sie auf konkordanter Grundlage so genau wie m\u00f6glich ins Deutsche \u00fcbertragen haben. Eine tabellarische Darstellung dessen, was die K\u00fcrzel des konkordanten grammatischen Parsings (parsing-c.de) bedeuten, ist im <a href=\"https:\/\/c-s-s.website\/de\/download\/\" target=\"_blank\"><em>Download<\/em><\/a>-Bereich im PDF-Format hinterlegt (<a href=\"https:\/\/c-s-s.website\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Konk_Parsing_K\u00fcrzel.pdf\" target=\"_blank\"><em>Konk_Parsing_K\u00fcrzel<\/em><\/a>). Bez\u00fcglich der entsprechenden Formen sei auf die Datei\u00a0<a href=\"https:\/\/c-s-s.website\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Einf\u00fchrung_Konk_Gram.pdf\" target=\"_blank\"><em>Einf\u00fchrung_Konk_Gram<\/em><\/a> verwiesen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">M\u00f6gen diese Darstellungen \u00fcber die Grammatik des Wortes des Lebens dazu beitragen, im verkl\u00e4renden Licht dieses Wortes zu wandeln, zum Lobpreis und zur Herrlichkeit Dessen, der es in unsere H\u00e4nde gegeben hat.<\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die griechische Grammatik _ Wie im Artikel Die konkordante Idee bereits ausf\u00fchrlich dargelegt, sind, ebenso wie der Sprachschatz, auch die grammatischen Formen des sog. Griechischen Neuen Testaments in ihre kleinstm\u00f6glichen Elemente zerlegt und einer genauesten Untersuchung unterzogen worden. 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